MEET THE ARTIST | Tatti
Fineline & Blackwork Illustrations

Tatti – Von der Schule direkt ins Tattoostudio: Tatti aus Hamburg.

Tatti hat schon mit dem Tätowieren angefangen, als sie noch zur Schule gegangen ist. Mittlerweile arbeitet die 21-jährige Hamburgerin beim international bekannten Vaders Dye Studio. Ihr einzigartiger Style ist auf den ersten Blick erkennbar: Sie vereint illustrative Fineline-Arbeiten mit tradtionellen, asiatischen Einflüssen. Im Interview hat sie uns alles zu ihren Inspirationsquellen, unvergesslichen Tattoos und ihrer Arbeitsweise erzählt. 

„Mein bisher emotionalstes Tattoo war das erste Backpiece, das ich gestochen hab. Als das fertig war, musste ich heulen!“

  • Tatti
Tatti

Was warst du in deinem Leben vor dem Tätowieren und wie bist du zum Tätowieren gekommen?
Ich habe schon während der Abiphase angefangen zu tätowieren und mich zu 50 % um die Schule und zu 50 % um die Kunst gekümmert.


Was ist deine Inspirationsquelle?
Die Artists, mit denen ich zusammenarbeite und die ich über die letzten Jahre kennenlernen durfte. Ansonsten traditionelle, asiatische Kunst und alles, was mir auf Instagram ins Auge sticht.


Das emotionalste Tattoo?
Das erste Backpiece, das ich gemacht habe – auch wenn das nicht jeder nachvollziehen kann: Ich habe geheult, als es fertig war!


Die dümmste Tattoo-Idee?
Vor zwei Jahren kam jemand an Karneval zu mir ins Studio und wollte sich spontan meinen Namen stechen lassen! Er läuft immer noch damit rum und ist zufrieden damit. Unter normalen Umständen würde ich niemals jemanden tätowieren, der betrunken ist – das war eine Ausnahme …


Lehnst du Motive ab?
Ja, das kommt tatsächlich ziemlich häufig vor. Wenn ich nicht zu 100 % hinter dem Motiv stehe, glaube ich nicht daran, dass es dann so gut wird wie vielleicht bei einem anderen Artist.


Welche Körperstelle ist am schwierigsten zu tätowieren?
Für mich persönlich der Bauch und die Rippen – da muss ich richtig krumm stehen und den Kunden tut es weh. Ich habe leider noch keinen Weg gefunden, dort entspannt zu tätowieren.


Gibt es Motive, die du nervig findest?
Ich kriege kaum nervige Anfragen.


Wenn du dich entscheiden müsstest: Wannado oder Kundenwunsch?
Ich arbeite hauptsächlich mit Kundenwünschen und sehr selten mit Wannados. Ich glaube, dass so auch das beste Ergebnis entsteht – wenn man gemeinsam am Motiv arbeitet. Je mehr Input vom Kunden, desto besser!


Was sind No-Gos von Kunden?
Wenn jemand nicht ausgeschlafen kommt und vorher nicht genug gegessen hat. Dann tätowiere ich auch nicht, weil ich einfach nicht möchte, dass jemand ohnmächtig wird.


Was sagen deine Eltern zu deinem Beruf?
Mein Vater war total dagegen, dass ich mich tätowiere und vor allem, dass ich Tätowiererin werden wollte. Er wollte mich sogar schon rausschmeißen! Dann hat er aber gemerkt, dass es super läuft. Mittlerweile ist er stolz und hat sogar ein Tattoo von mir.


Dein Rat für das erste Tattoo?
Gut recherchieren! Und als erstes Tattoo erstmal ein kleines, funny Motiv auswählen – am Anfang kann man noch nicht genau wissen, welcher Artist und welcher Stil perfekt zu einem passt und das ist ein guter Start bis man wirklich weiß, was man möchte.


Wurde dein Stil mal geklaut?
Mein Stil nicht (würde ich behaupten) – meine Motive aber schon. Ich amüsiere mich dann aber häufig über die Umsetzung. 


Das schönste Gefühl beim Tätowieren?
Wenn man die Zeit vergisst und voll im Flow ist. Und ich beobachte den Kunden nach dem Stechen gern dabei, wie er sein Tattoo im Spiegel betrachtet – das ist ein sehr schönes Gefühl.


Dein Tipp für upcoming Tattoo Artists?
Zeichnet so viel, wie ihr könnt! Dann kann es schon mal nicht am Künstlerischen scheitern. Um die Praxis zu beherrschen, empfehle ich, Profis über die Schulter zu gucken und in einem Studio zu lernen.


Fineline oder Blackwork?
Ich bin froh, dass ich mich nicht entscheiden muss! Die beiden Stile lassen sich super miteinander vereinen und harmonieren sehr gut miteinander. Ich freu mich immer, wenn ich verschiedene Einflüsse in einem Motiv vereinbaren kann.

Kontakt Cathi

@tatti040

VADERS.DYE
Fehlandtstraße 50
20354 Hamburg