Tattoo-Stile

Die bekanntesten Tattoo-Stile auf einen Blick.

Bald soll’s wieder unter die Nadel gehen? Dann sind vorher noch ein paar wichtige Fragen zu beantworten: Welches Motiv soll es sein? Welcher Tätowierer kann es vertrauensvoll umsetzen? An welcher Körperstelle kommt es perfekt zur Geltung? Und welcher Stil passt überhaupt am besten? 

Gut zu wissen: Nicht jedes Tattoo ist einem klaren Stil zuzuordnen. Zwischen den Motiven kann wild gemixt werden. Und auch nicht jeder Artist hat sich ausschließlich auf einen Tattoo-Stil spezialisiert. Genau wie sich auf deinem Körper auch verschiedene Stile zu einem Gesamtkunstwerk verbinden können. 

Im Folgenden stellen wir dir die bekanntesten Styles vor, erklären, wo sie herkommen, was sie ausmacht, und geben dir Artist-Inspiration.

Traditional-Tattoos

Der Stil der Traditional-Tattoos ist auch unter den Namen „Old-School“ oder „American“ geläufig, die Tattoos werden auch als „Sailor Tattoos“ bezeichnet. Der Name deutet es schon an: Traditional-Tattoos sind eng mit der westlichen Geschichte der Tätowierungen verknüpft. Der Stil ist insbesondere in der Seefahrt verwurzelt. Seeleute ließen sich damals Symbole stechen, die ihre Erfahrungen oder Einsatzorte zeigten. Folgende Motive sind deshalb Teil des klassischen Traditional-Repertoires: Schwalben, Schiffe, Anker, Panther, Adler, Totenköpfe, Drachen, Schiffe und Schlangen.

Der Stil zeichnet sich durch Einfachheit, dicke Outlines, zweidimensionale Bilder und bunte Farben aus. Die Tattoos waren und sind darauf angelegt, möglichst lange zu halten. 

Neo-Traditional-Tattoos

Neo-Traditional-Tattoos sind eine Erweiterung des Traditional-Stils. Während die Tattoos beim Traditional-Style sehr plakativ und zweidimensional dargestellt werden, haben Neo-Traditional-Motive etwas mehr Details und optische Tiefe. Hier werden nämlich mehr Farben, fließende Verläufe und Schattierungen eingesetzt.

Die Motive, die du hier siehst, wurden von Neo-Traditional-Artist Chris Bierer gestochen.

Tribal-Tattoos, Maori-Tattoos und andere Stammestätowierungen

In dem Wort „Tribal“ steckt der englische Begriff „Tribe“, welcher „Stamm“ bedeutet. Um genau zu sein: „Völkerstamm“. Und genau hier liegt der Ursprung von Tribal-Tattoos. In welchen Völkern die Tribals entstanden sind, lässt sich nicht eindeutig ermitteln. Fest steht aber, dass der Stil sich auf alte Inselvölker bezieht (Maori, Polynesier oder Samoaner). Eins haben die verschiedenen Theorien gemeinsam: Die Tribals waren ein Erkennungszeichen für die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm.

Mit den Seefahrern kamen die beeindruckenden Körperverzierungen dann nach Europa – und sie sind noch heute Grundlage der Tätowierungen. Mittlerweile jedoch eher als modisches Accessoire denn als Zeichen einer Stammeszugehörigkeit und somit mit weniger kultureller Bedeutung.

Tribal-Tattoos eignen sich mit ihren geschwungenen Linien zur Definition des Körpers – beispielsweise lassen sie den Bizeps größer erscheinen. Insgesamt vermitteln Tribals ein Bild von Kraft und Stärke. Abgesehen von ihrer Ästhetik haben sie heutzutage jedoch selten eine tiefere Bedeutung.

Trash-Polka-Tattoos

Der Trash-Polka-Stil ist auch als „Buena Vista-Stil“ bekannt. Dieser wurde nämlich 1998 von den Tätowierern und Musikern Simone Pfaff und Volker Merschky im gleichnamigen Buena Vista Tattoo Club erfunden. Inzwischen ist der Style international bekannt und wird von vielen Artists weitergetragen.

Die Farbpalette des Stils beschränkt sich größtenteils auf Schwarz und Rot. Trash-Polka ist noch relativ jung und enthält sowohl realistische als auch graphische, minimalistische Elemente. Meistens werden fotoähnliche Portraits mit Schriften, Punkten, Farbflecken oder anderen geometrischen Aspekten kombiniert.

Der Stil ebnete den Weg für viele moderne Tattoo-Stile und legte den Grundstein für Custom-Tattoos, bei denen der Kunde dem Tätowierer freie Hand lässt.

Watercolor-Tattoos

Watercolor-Tattoos sind im Prinzip wie gemalte Aquarelle auf der Haut. Kaum harte Strukturen und Outlines, dafür jede Menge bunter Farben. Das Tattoo soll möglichst wie mit Wasserfarbe oder Tusche gemalt aussehen. Dementsprechend gibt es weiche Verläufe und Farbausläufe in den Motiven. Die Wasserfarben-Elemente werden häufig mit weiteren Elementen aus anderen Tattoo-Stilen kombiniert.

Möchtest du dich von weiteren Motiven im Watercolor Style inspirieren lassen? Dann check mal Ephi aka „Fuxprinzessin“ aus – in ihrem Berliner Studio sticht sie Motive mit einzigartigen Farbverläufen.

Geometrische Tattoos

Geometrische Tattoos zeichnen sich durch gerade Linien und perfekte Formen aus, vor allem durch Symmetrie. Egal, ob Dreieck, Kreis oder ausgefalleneres Muster – jedes kleine Detail spielt für das Gesamtergebnis eine große Rolle.

Blackwork-Tattoos

Der Name sagt es schon: Blackwork-Tattoos sind ausschließlich schwarz. Viele dunkle Flächen und kaum Schattierungen sind es, die den Stil am ehesten auszeichnen. Unter den Begriff „Blackwork“ fasst man aber auch jede Menge unterschiedlicher stilistischer Ausprägungen – von Ornamenten über geometrische Elemente bis hin zu feinen Illustrationen kann alles darunter fallen.

Dotwork-Tattoos

Tattoos bestehen normalerweise aus einzelnen Linien. Nicht so bei Dotwork-Motiven – hier werden nämlich viele kleine Punkte aneinandergereiht, aus denen ein Gesamtbild entsteht. Aus größerer Distanz wird das menschliche Auge getäuscht und die Punkte wirken wie Linien oder Schattierungen. Dotworks sind meistens schwarz (dann fallen sie unter die Kategorie „Blackwork“), können aber auch bunt sein. Beliebte Motive im Dotwork-Stil sind Mandalas.

Das abgebildete Motiv kommt von Dennis Clemen aus Osnabrück – zwischen seine filigranen Lineworks schleichen sich immer auch coole Motive im Dotwork Style. Hier findest du mehr von seinen Arbeiten.

Realistic-Tattoos

Beim Realistic-Stil kommen die Motive ihrem realen Vorbild möglichst nahe. Deshalb wird als Vorlage häufig ein Foto verwendet, zum Beispiel eins von einem geliebten Menschen oder Tier. Mit Strukturen und Schattierungen wird ein möglichst realitätsgetreuer 3D-Eindruck erzeugt. Realistic-Tattoos können sowohl schwarz-weiß als auch bunt gehalten sein.

Für schwarz-weiße Realistic-Motive aus der Natur legen wir dir Madlyne van Looy ans Herz – von ihr wurde auch das Tattoo gestochen, das hier abgebildet ist.

Fineline-Tattoos und Single-Line-Tattoos

Fineline-Tattoos bestehen aus sehr feinen, filigranen Linien. Meistens sind die Motive eher klein und setzen sich aus vielen Details zusammen. Für die feinen Tätowierungen empfiehlt es sich, einen besonders erfahrenen Artist auszuwählen – ist das Fineline-Tattoo nicht gut gestochen, neigt es dazu, schneller zu verlaufen oder stärker zu verblassen. In Hamburg können wir dir Alina Baer von Kodiak Tattoo für diesen Stil empfehlen.

Single Line-Tattoos sind eine Unterart des Fineline-Stils. Die minimalistischen Motive bestehen nur aus einer einzigen Linie!

Tattoo-Letterings oder Schriftzug-Tattoos

Tattoo-Letterings sind, wie die Übersetzung des Begriffs schon sagt, Schriftzüge. Dies können ganze Sätze sein, aber auch einzelne Wörter, Namen oder Buchstaben. Der Schriftzug sollte an die jeweilige Körperstelle angepasst werden, und bei der Schriftart sollte man auf kostenlose Typographien aus dem Internet verzichten. Diese wurden nämlich für eine zweidimensionale Verwendung entworfen – und der menschliche Körper ist dreidimensional! Tattoo-Letterings zeichnen sich durch eine kreative Gestaltung der Buchstaben und ein stimmiges Gesamtbild aus.

Ignorant-Tattoos

Bei dem Tattoo-Trend des Ignorant-Tattoos geht es um eine bewusste Abkehr von „bedeutungsschwangeren“ Tattoos. Trockener Humor kennzeichnet diesen Stil – es geht nicht um perfekt gestochene Tattoos, sondern um bewusst triviale Symboliken. Die Motive sind meist von Comics inspiriert, eindimensional, simpel und kindlich-naiv gezeichnet.

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